1949 wurde der "Kleine Raum Clasing" am Prinzipalmarkt 24-26 über dem "Cafè Schucan" wiedereröffnet. Eine der ersten Ausstellungen war Friedrich Vordemberge-Gildewart gewidmet, der immer noch im Amsterdamer Exil lebte. Er stellte vor allem wieder jene Künstler aus, die im NS verfemt waren: Picasso (1951) - mit einer Ausstellung der Druckgrafik -, Otto Müller (1952), Christian Rohlfs (1953) - mit einer Ausstellung seines Frühwerkes - und Karl Schmitt-Rottluff (1955) mit einer Ausstellung seiner Aquarelle.

1955 war die Rückschau auf die klassische Moderne weitgehend abgeschlossen. Die erste documenta verstand sich als Antwort auf die Ausstellung "Entartete Kunst" und hatte die im NS verfemten Künstler in dieser breiten Basis gewürdigt. Heinrich Clasing machte sich verstärkt auf die Suche nach neuen Talenten.

Neben Ausstellungen westfälischer Künstler wie z.B. C. Busch, L. Chastinet, K. Döbrich, E. Hase, F. Levedag, W. Palmes und J. Wedewer zeigte er aber auch Arbeiten von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Paula Moderson-Becker sowie Braque, Miro, Chagall, Nolde und viele andere Künstler der Zeit.

Musikalische und literarische Veranstaltungen machten das vom ihm und seiner Frau Gerta 1950 gegründete "Theater im Kleinen Raum" schnell bekannt. Die Veranstaltungen fanden innerhalb der Galerie auf dem Prinzipalmarkt statt. Es verselbstständigte sich bald, wurde zum "Zimmertheater" (Bahnhof Münster) und ist heute das "Wolfgang Borchert Theater" (Hafengrenzweg, Münster).

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