Nina Lükenga • Arbeiten auf Papier

Nina Lükenga, geboren 1974 in Osnabrück, studierte von 1994 bis 1997 Germanistik und Bildende Kunst (Lehramt) an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Von 1997 bis 2000 folgte ein Diplom-Studium der Freien Bildenden Kunst an der dortigen Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Dieter Brembs.
Lükenga erhielt im Anschluß ein Stipendium an der Johannes-Gutenberg-Universität. Von 2000 bis 2001 war sie Meisterschülerin, erhielt den Akademiebrief sowie ein Arbeitsstipendium der Kunst- und Kulturstiftung Georgsmarienhütte. 2003 folgte ein Stipendium des Hessischen Ministeriums für Kunst und Wissenschaft mit einer Arbeitsmöglichkeit für das Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Ein Jahr später das Otto-Flath-Stipendium der Stadt Bad Segeberg (für 2005). Die Stiftung ist nach dem Holzbildhauer und Maler Otto Flath (1906 – 1987) benannt. In den Jahren 2006 und 2012 erhielt sie den Preis der arte regionale IV für das beste Gemeinschaftsprojekt sowie den ersten und zweiten Preis des Kunstwettbewerbs der Kunst- und Kulturstiftung Georgsmarienhütte.
Seit 1999 hat Lükenga Einzelausstellungen, vornehmlich im regionalen Raum, seit 2001 beteiligt sie sich an Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
Nina Lükenga lebt und arbeitet in Osnabrück.
Gezeigt werden Zeichnungen und Illustrationen zu Kinderbüchern, wie dem 2012 erschienenen Büchlein „Georg der Fünfte und sein Floh“, das von der Georgsmarienhütte GmbH herausgegeben wurde. In einer humorigen Geschichte erzählt die Autorin und Historikerin Inge Becher von König Georg dem Fünften von Hannover, der Gründung eines Eisenhüttenwerks im Osnabrücker Land sowie der Gründung der Stadt Georgsmarienhütte. Bei der Gestaltung des kleinen Buches verarbeitet Nina Lükenga die unterschiedlichsten Materialien, wie Stempelabdrücke oder kleine Ausrisse alter Zeitungen, um in Kombination mit ihren Zeichnungen den jungen Lesern die Geschichte der Werks- und Stadtentstehung ansprechend näher zu bringen.
In ihren Zeichnungen dagegen abstrahiert Nina Lükenga Figur und Raum. Es sind zum Teil dunkle Abstraktionen, die in Mischtechnik aus Ölkreide, Tusche und Kohle die Realität, so wie sie für die Künstlerin existiert, abbildet, wobei Realität nicht das ist, was man als Betrachter ohne weiteres erkennen könnte.
„Nicht nur Gedanken der Künstlerin, sondern auch die körperliche Befindlichkeit werden so in den Zeichnungen sichtbar“, äußert sich Lükenga. Wenn sie zum Beispiel Impressionen einer südlichen Landschaft großformatig in Mischtechnik anlegt, zeichnet sie diese nur aus der Erinnerung. Dadurch erhalten die Bilder Ergänzungen, die der nacharbeitenden Zeit geschuldet sind.
Große Verwaschungen, kräftige dunkle zum Teil pechschwarze Tusche, Wasserrückstände in der Oberfläche sowie gestisch schnell angelegte Strukturen bilden das Gerüst eines zeichnerischen Denkens. Selbst die großformatige Signatur und Datierung der Werke werden Teil ihres grafischen Konzepts. „Für mich tritt das Bild in die Lücke, die die Sprache nicht zu schließen vermag…Die Zeichnung als Medium beinhaltet letztendlich von ihrem Wesen her immer die formale Umsetzung eines flüchtigen Moments, einer Idee auf einem Blatt Papier…“, sagt die Künstlerin.
Das Prinzip der Offenheit im Gebilde, des Fragmentarischen im Duktus und des Skizzenhaften in der Anlage bilden in ihren Zeichnungen einen eigenen Kosmos.

Michael Wessing

Ausstellung